Dienstag, 19. Juni 2012

Geburtsbericht (light Version)

Ich hätte ursprünglich am Montag, den 11.06.12 zur Einleitung im Krankenhaus erscheinen sollen.

Am Sonntag, den 10.06.12 hatte ich den Tag über immer mal wieder vereinzelt Wehen, die nicht schmerzhaft waren, abends aber sehr regelmäßig wurden.

Die Nacht Sonntag auf Montag habe ich als sehr unruhig empfunden, ich war immer im Halbschlaf, bewusst Wehen habe ich nicht wahrgenommen.

Um 4:20 Uhr wurde ich von einem lauten Knall aus meinem Bauch wach und war erst einmal irritiert - die Fruchtblase war geplatzt. Ich habe es nicht fassen können und mich gefreut, dass es nun doch von alleine los geht und ich keine Einleitung benötige.

Mein Mann wurde geweckt, ich bin noch schnell unter die Dusche gehüpft und dann kamen auch schon die ersten Wehen. Diese waren schmerzhaft, aber aushaltbar.

Um kurz nach 05:00 Uhr kamen wir im Krankenhaus an. Ich hatte bereits sehr regelmäßige Wehen in relativ kurzen Abständen, die immer schmerzhafter wurden. Wir kamen zuerst in eine Art Vorzimmer und die Wehen wurden immer intensiver und schmerzhafter. Es steigerte sich soweit, dass ich im Höchstfall 1-2 Minuten Wehenpause hatte. Teilweise ging eine Wehe in die andere über. Da bekommt man im Geburtsvorbereitungskurs erzählt, dass man sich bewegen soll, auf dem Ball rumlümmeln kann, in die Badewanne geht und und und... ich war nicht mehr ansprechbar und konnte mich überhaupt nicht mehr bewegen. Ich hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf einem Stuhl und habe eine Wehe nach der anderen veratmet. Man durfte mich nicht anfassen und am besten auch nicht ansprechen.

Um ca. 09:00 Uhr habe ich eine PDA bekommen, der Muttermund war da bei 4-5cm. Mein Muttermund ging, laut der Hebamme, unter der PDA auch schön weiter auf und ich hatte auf dem CTG regelmäßige Wehen, die ich durchaus gespürt und veratmet habe. Ich wurde auch immer wieder von rechts nach links verlagert.

Wir dachten, der Kleine käme vielleicht bis zum Nachmittag auf die Welt, aber dann hat sich irgendwie nicht mehr so recht was getan. Obwohl der Muttermund um ca. 13:00 Uhr bei 7cm war.

Durch den Blasensprung bekam ich leider Fieber, das müsste irgendwann am Vormittag gewesen sein. Daher bekam ich Antibiotika und Paracetamol. Ich selbst habe mich nicht schlecht, lediglich etwas schlapp gefühlt. Aber das Blutergebnis hat etwas anderes gesagt.

Es wurde immer später und trotz regelmäßiger Wehen ging es irgendwie langsamer voran. Zum Schluss war mein Muttermund zwar so gut wie ganz auf und die PDA wurde zwischenzeitlich zurück gedreht und der Wehentropf wieder höher geschraubt, damit ich meine Beine wieder besser spüren konnte. Ich bekam diverse Globuli und wurde über das hochgestellte Bett gehängt, aber der Kleine rutschte trotz Pressen immer wieder zurück und einfach nicht so recht in das Becken hinein. Er lag in Hinterhauptslage, so wie es sein sollte, hätte sich aber noch weiter eindrehen müssen um ins Becken zu rutschen und genau das schaffte er leider nicht.

Es muss schon so 18:00 Uhr herum gewesen sein als mir gesagt wurde, dass ein Kaiserschnitt wegen Geburtstillstand notwendig sein wird. Ich war ziemlich am Ende und habe einfach nur gedacht: "Schade", nichts weiter als "Schade".

Den Kaiserschnitt habe ich allerdings nicht als negative Erfahrung empfunden. Ich wollte einfach nur, dass es meinem Baby gut geht.

Tom kam um 19:26 Uhr mit 51cm, 3780g und einem Kopfumfang von 35,5cm an unserem 10-Jährigen Jahrestag auf die Welt. Das Gefühl war einfach unbeschreiblich. Er musste leider gleich hochgebracht werden, weil im Operationsaal zu kalt war. Aber oben hat mein Mann auf ihn gewartet.

Mir wurde später gesagt, hätten wir noch länger gewartet, wären seine Herztöne abgefallen. Mich beschäftigt natürlich, ob es ohne PDA anders verlaufen wäre. Ich habe einfach das Gefühl mir fehlt etwas als Abschluss. Auf der einen Seite waren die Geräusche der anderen Frauen im Kreißsaal echt beängstigend - ich habe kaum einen Muks von mir gegeben und die Wehen immer veratmet - und bei mir ist natürlich im Intimbereich alles heile geblieben, dafür habe ich am Bauch einen riesen Schnitt und alles ist taub. Ich kann mich zwar wieder bewegen, bin trotzdem sehr eingeschränkt und darf nur begrenzt Sachen heben und muss es langsam angehen lassen. Meinen Sport kann ich mir  für ein Weilchen abschminken.

Die Hauptsache ist aber, dass es meinem Baby gut geht.

Mein Mann und ich sind schwer verliebt in den Kleinen.

Hätte übrigens niemand gedacht, dass da so ein 3780g Baby aus mir raus kommt. Ich kann es selbst nicht glauben, dass er vor einer Woche noch in meinem Bauch gewesen sein soll.

Kommentare:

  1. oh wie toll!!!!! hab gar nix mitbekommen, dass du schon gepostet hattest, dass er da ist. egal, herzlichen glückwunsch!!!!!! wünsch euch eine schöne und stressfreie kuschel- und kennenlernzeit :-)

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...