Sonntag, 16. September 2012

Temperaturmessen: Grundlagen

Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es doch sinnvoll wäre bei meinen Temperaturkurven darauf einzugehen, wie Temperaturmessen überhaupt funktioniert.

Bei der Kategorie Hibbelphase hatte ich das Thema angerissen, mich nun aber entschieden einen extra Post zu der Thematik  und somit auch einen kleinen Rückblick in meine Hibbelzeit zu verfassen.

Grundwissen
Die Temperaturmethode eignet sich zur Familienplanung als auch zur Verhütung. Zur Verhütung habe ich die Methode allerdings nie eingesetzt. Ich habe mich erst mit der Thematik befasst, als es an den Kinderwunsch ging.

Ein neuer Zyklus startet immer mit der Periode. Die erste Zyklushälfte kann unterschiedlich lang ausfallen, während die zweite Zyklushälfte und somit die Zeit nach dem Eisprung immer 12-16 Tage beträgt.

Bei jeder Frau steigt die Temperatur nach dem Eisprung an und bleibt die besagten 12-16 Tage oben, bevor die nächste Periode einsetzt. Mit frischem Blut startet ein neuer Zyklus. Altes, braunes Blut zählt noch zum Vorzyklus.

Ausgehend von den 12-16 Tagen Hochlage nach dem Eisprung, kann der Eisprung bei einem 28-Tage-Zyklus ab Zyklustag 12 stattfinden. Die Temperatur steigt also irgendwann zwischen Zyklustag 12 und 16 an.

Ovulationstests zeigen 12-48 Stunden vor dem Eisprung ein positives Ergebnis. Bei einem 28-Tage-Zyklus mit Eisprung an Zyklustag 13 wäre der Ovulationstest also an Zyklustag 11 oder 12 positiv.

Es kann sein, dass die Temperatur am Tag des Eisprungs noch einmal abfällt (unter die Coverline) und erst danach ansteigt.

Beispiel
Ich hatte in meinem Schwangerschaftszyklus an Zyklustag 23 und 24 positive Ovuluationstests. Bei Ovuluationstests, die an 2 Tagen positiv anzeigen, geht man davon aus, dass der Eisprung innerhalb der nächsten 12-24 Stunden nach dem 2 positiven Ovu erfolgt. Bei mir sank die Temperatur an Zyklustag 25 ab und vermutlich ist dies auch der Tag des Eisprungs gewesen. Danach stieg die Temperatur an und blieb oben.

Hätte die Menstruation eingesetzt, wäre die Temperatur entweder vor dem Nicht-Mens-Tag (NMT), am NMT oder nach dem NMT abgefallen. Das kann von Frau zu Frau variieren.

Temperaturkurven kann man immer nur rückwirkend auswerten. Daher benötigt man im Grunde mehrere Temperaturkurven um den Eisprung, bei regelmäßige Zyklen (Abweichungen von mehreren Tagen sind normal), voraussagen zu können. Eine weitere Möglichkeit ist die Kombi mit den genannten Ovuluationstests.

Muttermundabtasten und Zervixschleimbeobachtung gehören bei den meisten Frauen, welche die Temperaturmethode zur Verhütung verwenden, mit dazu. Aber auch beim Kinderwunsch wird beides gerne praktiziert. Zu beidem bin ich bei meinem Post zur Hibbelphase bereits entsprechend eingegangen.

Wie, wo, wann und mit was misst man?
Zum Temperaturmessen empfiehlt sich ein Thermometer mit zwei Kommastellen. Das lässt sich später in einer Temperaturkurve wesentlich besser auswerten. Bei einem Thermometer mit nur einer Kommastellen wird z.B. 36,56 als 36,6 angezeigt und 36,64 wird ebenfalls als 36,6 angezeigt. Hier würde man in der Temperaturkurve keinen Unterschied verzeichnen. Bei einem Thermometer mit zwei Kommastellen würde man in der Kurve, je nachdem wo diese geführt wird, entweder den genauen Wert eingeben oder entsprechend runden.

Es gibt mittlerweile spezielle Zyklusthermometer wie z.B. den Cyclotest Lady.

Als Messort eignet sich sowohl Oral als auch Vaginal. Vaginal soll genauer sein, ich selbst habe immer die orale Version bevorzugt und zum Auswerten meiner Kurven hat es genügt. Das muss aber jede Frau individuell für sich ausprobieren.

Messen soll man mindestens 3 Minuten lang. Ich habe es so gehandhabt, dass ich das Thermometer in den Mund gesteckt und angeschaltet habe, nach kurzer Zeit ertönte der Piepton, diesen habe ich abgewartet und dann das Thermometer aus dem Mund genommen um die Temperatur zu notieren.

Ganz wichtig: an soll immer morgens vor dem Aufstehen messen. Sonst handelt es sich nicht mehr um die Basalttemperatur. Schon ein Toilettengang direkt vor dem Messen kann die Temperatur verfälschen.

Es empfiehlt sich außerdem relativ zur selben Uhrzeit zu messen, da viele Frauen Messzeitabhängig sind und bei Abweichungen von mehreren Stunden die Temperatur ebenfalls verfälscht sein kann. Dies muss man aber individuell ausprobieren. Es gibt Frauen, die Schicht arbeiten und daher gar nicht die Möglichkeit haben täglich zur selben Uhrzeit zu messen und trotzdem mit der Temperaturmethode erfolgreich und sicher verhüten.

Klingt alles kompliziert? Ist es aber gar nicht! Wenn man einen Zyklus lang gemessen hat, gewöhnt man sich daran und mit jeder Kurve lernt man besser Auszuwerten. Zum Kennenlernen des Zyklusgeschehens ist es auf jeden Fall toll.

1 Kommentar:

  1. Sehr schöner Artikel. Allerdings beschreibst du die symptothermale Methode. Die richtige, reine Temperaturmethode hat ganz andere Regeln. :-) Es ist kein ausführlicher Artikel weshalb viele Fragen offen bleiben(für jemanden der das zum 1. mal hört), aber trotzdem gut.

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