Sonntag, 20. Januar 2013

Menschenkinder von Herbert Renz-Polster

Tom ist 7 Monate 1 Woche und 2 Tage alt


In einem Forum  bin ich vor Wochen auf das o.g. Buch aufmerksam geworden und habe es mir im Internet bestellt.

Ich hatte bereits das Vorwort dazu gelesen und war sofort angetan. Es spricht eigentlich alles das an, was mich bzw. uns als Eltern so beschäftigt und beschäftigt hat.

...Das Wirrwarr geht schon gleich nach der Geburt los: Wie viel Nähe braucht so ein kleiner Mensch? Nur nicht zu viel, sagen die einen – der kleine Mensch könnte verwöhnt werden! Niemals genug, sagen die anderen, eine sichere Bindung schafft Vertrauen für das ganze Leben!... (Zitat)

Es lenkt die Gedanken wieder dahin, was Babys eigentlich sind: kleine, hilflose Menschen, die nach einem Urinstinkt handeln, der zu Urzeiten zum Überleben notwendig war. Das fängt schon an, wenn wir erwarten, dass unsere Kinder alleine in ihrem Bettchen einschlafen sollen. Zu Urzeiten, wo noch Raubtiere um die Lager schlichen, wäre das ihr Todesurteil gewesen.

...Dieser Blick kann die Erziehung verändern. Denn wer an den Realitäten Maß nimmt, unter denen sich die Kinder über Tausende von Jahren entwickelt haben, stößt zunächst einmal auf Stärken, nicht auf Mängel, Defekte oder Schwachstellen, von denen die Erziehungsdiskussion so besessen scheint... (Zitat)

Das Buch spricht aber auch andere Themen an, wie z.B. die steigende Kaiserschnittraten in Deutschland oder die sinkende Geburtsraten unsere Gesellschaft:

...Wir stehen damit vor einer grotesken Tatsache: Im reichsten und produktivsten Land Europas werden am wenigsten Kinder geboren... (Zitat)

...Wir haben immer nur das Investitionsklima für die Wirtschaft im Auge gehabt. Und nicht das Klima dort, wo Kinder geboren und großgezogen werden... (Zitat)

Ich wünschte mir, ich hätte dieses Buch bereits gelesen, bevor Tom auf der Welt war. Es hat mir sehr geholfen, dass ich mich wieder mehr auf meinen Mutterinstinkt und weniger auf Studien verlasse, die sich sowieso alle wiedersprechen.

1 Kommentar:

  1. Sehr gut! Es gibt nicht den richtigen Weg... jedes Baby ist anders und braucht etwas anderes. Es braucht sicher keine Studien, nach denen gehandelt wird. Wat hab ich mir Gedanken gemacht um JEDEN Mist.. aber letztendlich klappt es mit unserem eigenen Weg am besten. Zumindest muss ich mir nicht immer Gedanken drum machen, ob das nun alles richtig laeuft oder ob ich etwas falsch gemacht habe. Baby will an die Brust, darf es auch. Baby schlaeft eben nicht allein ein. Wurscht. Ich bin für Böbü da und schuckel sie ein, gebe ihr die Brust, herze sie und so weiter... SO!

    Und irgendwie wird man dann komisch von anderen Müttern angeschaut, wenn man erzaehlt, dass der Kaefer eben nicht alleine schlaeft. Ein solches Buch sollten einfach mal mehrere lesen!

    Liebe Grüße
    Tanja

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