Montag, 18. März 2013

Mutter sein ist toll... aber manchmal auch nicht

Tom ist 9 Monate und 1 Woche alt

Nachdem ich meinen Post "Anstrengend" veröffentlicht hatte und mich auch mit meinen Juni-Mamas über mein derzeitiges Empfinden ausgetauscht hatte, stellte sich heraus, dass ich damit absolut nicht alleine dastehe. Jedenfalls bekam ich von mehreren Seiten die Rückmeldung, dass (fast) jede Mami mal an einen Punkt kommt, wo ihr alles zu viel wird, das wird nur selten zugegeben.

Aber warum eigentlich? Ich meine, man muss die Rosa-Rote-Brille auch einmal absetzen können. Kinder sind eine wunderbare Sache und das Leben ist mit Kindern um so viel reicher und trotzdem kommt mal eine Phase, wo man einfach Überfordert ist. Ich würde sogar mal behaupten, dass das mehr als nur einmal vorkommt, bis die Kinder aus dem Haus sind.

Tom hat es uns von Anfang an halt wirklich leicht gemacht, wenn ich zurückdenke. Da ging so manche meiner Juni-Mamas aus dem Forum auf dem Zahnfleisch, wegen Anpassungsschwierigkeiten, Koliken, Clustern. Da war ich immer froh, dass wir da drum herum kamen.

Dafür sieht es bei uns jetzt anders aus, pflegeleichtes Baby ist nicht mehr. Aber ungewöhnlich ist das auch nicht. Viele der Junibabys schlafen derzeit enorm schlecht, wachen ständig auf, brauchen plötzlich Einschlafhilfe, viele Kuscheleinheiten oder eine Flasche, was vorher nicht der Fall war.

Das Leben mit Kind verändert sich einfach von Grundauf. Eigentlich kann man sich das vorher gar nicht so vorstellen. Ich weiß noch, wie ich dachte, dass da einfach alles fluffig wird und ich selbst den Schlafmangel mit links meistern werde. Man ist einfach mit seinen Glückshormonen auf Wolke 7, nach der Geburt sowieso.

Mir viel am Anfang auch der nächtliche Stillrhythmus leicht, erst später als ich mich schon daran gewöhnt hatte, dass Tom 5-8 Stunden am Stück schläft und das dann nicht mehr tat, merkte ich, dass ich wieder mehr Schlaf brauche.

Komischweise fühlt man sich immer gleich schlecht, wenn das Muttersein mal nicht so erfüllend ist. Jedenfalls geht es mir in der Situation so. Manchmal ist es aber schlicht einschränkend, wenn man es zwar unter die Dusche und an den Frühstückstisch geschafft hat und sogar das Kind bereits angezogen ist, das alles aber so viel Zeit in Anspruch genommen hat, dass der (schlecht gelaunte) Frosch schon bald wieder seinen Vormittagsschlaf möchte und man deshalb überhaupt nicht mehr aus dem Haus gehen braucht.

Heute war aber endlich mal wieder ein richtig klasse Tag, ohne Zwischenfälle. Der Frosch hatte ausnahmslos gute Laune und viel gelacht. Wer kann schon einem bezauberndem Babylachen wiederstehen?! Einen gesunden Appetitt hatte Tom ebenfalls und das Klammeräffchen hat er heute auch etwas zurückgeschraubt.

Einen kleinen Minieinkauf konnte ich auch tätigen, während die Oma auf Tom aufgepasst hat.

Nun ist der Frosch seit einer Stunde im Bett und ich hoffe auf einen gemütlichen Abend, mit einer einigermaßen angenehmen Nacht.

Kommentare:

  1. Das ist es immer, was ich an dir und deinem Blog schätze. Du bist ehrlich und sprichst auch mal die unangenehmen Seiten an. Diese blöde Phase hatte ich auch, wo alles zu viel war und so weiter. Und ich bin mir sicher, die kommt auch wieder. Freue mich aber, dass dein Frosch heute einen Supertag hatte. Voll süß, der Zwerg! :)

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  2. Hatte ich auch... Ist wohl leider völlig normal so eine Phase... Aber ein schlechtes Gewissen hat man trotzdem.... :o(((( LGY

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  3. Unterschreibe ich sofort! Ich habe oft Zeiten, gerade in Verbindung mit dem wieder arbeiten gehen, wo ich dachte, dass ist mir alles zu anstrengend.

    Darüber ehrlich zu sprechen fällt vielen schwer, ich tue es meistens auf meinem Blog auch. Wieso auch nicht? Kinder sind nicht nur süss, lieb, unanstrengend und herzig.(Schon gar nicht in der Trotzphase!)

    Liebe Grüße, MiA

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  4. Ich hab auch so Tage (und manchmal auch ein paar Tage hintereinander) wo ich denke "warum bist du nicht Single geblieben ??? "
    Aber auch das gehört dazu, nie, nirgendwo ist immer alles Friede,Freude ,Eierkuchen. Das ist normal und das vergeht auch wieder. Es gibt halt immer wieder Phasen die anstrengend sind. Aber warum darf man sich dann nicht auch mal auslassen und maulen und meckern und sich bedauern ? Und dann möchte man gerne Zuspruch, und nicht "hast du doch selber so gewollt" Grmmmmpf....
    Noch einen ticken heftiger werden solche Kommentare wenn ich mich über meinen Prinzen "beschwere", weil der ja als Pflegekind bei uns ist. Für mich besteht da kein Unterschied, alles meine Kinder, aber da darf ich anscheinend gar nichts sagen. LG Bibi

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  5. Mal ehrlich, im Leben ist immer mal irgendwas, was einem zuviel wird oder nervt: Die Arbeit, die Familie, der Partner, der Kollege, die Hausarbeit etc pp usw usf. Warum sollte das eigene Baby da eine Ausnahme sein?
    Natürlich liebt man es über alle Maßen, und würde für es Autos hochheben und sterben. Trotzdem darf es einem mal zu viel sein.
    Ich glaube auch, dass diese anstrengenden Zeiten wichtig sind, da man dann das Lächeln, Lachen, Spielen, Krabbeln und Schlafen wieder umso mehr schätzt.

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  6. Muttersein ist mega anstrengend- und wer etwas anderes behauptet, der lügt :-) Ich habe überhaupt kein schlechtes Gewissen, wenn ich mich in regelmäßigen Abständen darüber auslasse, wie fertig ich manchmal bin. Blöd wird´s nur, wenn einen andere Mamas dann ohne etwas zu sagen einfah nur verträumt anlächeln. Dann komme ich mir blöd vor...
    LG Mia

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