Donnerstag, 11. April 2013

Neues aus dem Schlafzimmer

Tom ist 10  Monate alt

Heute war der Frosch bei der Kinderärztin, weil er immer noch so eine Schniefenase hat, das Auge nach dem Schlafen gerötet ist und er hustet. Lunge ist aber zum Glück frei, für die Augen gab es Augentropfen und bei der Nase sollen wir weiter machen wie gehabt.

Jedenfalls habe ich die Kinderärztin auf unsere Schlafsituation angesprochen und sie fragte mich gleich, ob ich das Infoblatt zum Babyschlaf damals gelesen hätte, was es bei der einen U-Untersuchung gab. Jup, hatte ich. Meine Kinderärztin, das hatte ich hier auch schon einmal irgendwo gepostet, vertritt eher die Front "Jedes Kind kann schlafen lernen". Sie meinte, dass das natürlich nicht jedermanns Sache ist, aber ich wäre auch eine eigenständige Person, die Bedürfnisse hat und Tom wäre alt genug, das zu lernen und zu verstehen. Ich kann diese Meinung aber immer noch nicht teilen und hätte mir da irgendwie andere Informationen erhofft.

Allerdings hat mich das trotzdem wieder ins Grübelngebracht, ob es so richtig läuft, wie es läuft. Zumal ich derzeit einfach wieder angefressen bin und man sucht dann doch nach Möglichkeiten es einfacher zu gestalten.

Das Gespräch mit der Kinderärztin hat mir heute aber nicht weitergeholfen, ich habe nicht vor meinen Frosch schreien zulassen. Hatte gerade die Tage wieder so eine Situation, wo klar war, dass das bei uns auch nicht funktionieren wird.

Kind war seit 14 Uhr wach, um 19 Uhr habe ich ihn nach dem Abendessen ins Bett gebracht. Aber anstatt zu schlafen stand Tom immer wieder auf und lief am Bett entlang. Wenn man ihn hinlegte, protestierte er und fing an zu weinen. Das sind hier die neusten Faxen, wenn es abends ins Bett geht. Er kam aus dem Beistellbett gekrabbelt und machte es sich zum Schlafen auf mir bequem. Das geht in der Regel dann ruck zuck. Ich habe ihn also abgelegt und noch etwas im Haus rumgewerkelt. Kaum setze ich mich auf die Couch und freue mich, dass ich endlich wieder etwas TV gucken kann, kräht es aus dem Babyphone. Ich habe gedacht, der Frosch braucht seinen Schnulli wieder. Letztendlich lag ich im dunklen Schlafzimmer, Kind lag auf mir und im Haus waren die Rollos noch oben, der TV lief, Tablet war an, Licht war an, Handy lag auch unten, Mann war noch nicht Zuhause. Ablegen lies sich der Frosch absolut überhaupt nicht, er hat sofort im Halbschlaf protestiert und sich festgeklammert. Irgendwann habe ich den Reißverschluss im Bettchen geschlossen und Tom abgelegt um zumindest mal den TV auszuschalten. Da ist er dann sofort wieder im Bett gestanden und ausgeflippt, anders kann man es nicht sagen. Da wird nicht gejammert oder etwas geweint, da wird gleich gebrüllt und geschrien wie am Spieß. Sobald ich wieder da war, wurden die Ärmchen ausgestreckt, angekuschelt und die Äuglein wieder geschlossen, aber immer wieder geöffnet um zu gucken, ob ich auch ja noch da bin. Um 21 Uhr habe ich es (endlich) geschafft ihn seitlich abzulegen ohne, dass er wach wurde.

Nach dem Kinderarzttermin sind wir gleich in der Apotheke vorbei, die Augentropfen holen. Dort gibt es donnerstags eine Babysprechstunde und ich dachte mir, fragste einfach da mal nach bzgl. Babyschlaf.

Die Beratende Apothekerin war ursprünglich Kinderkrankenschwester und sie hat mich in meiner Meinung bestärkt und bestätigt. Sie ist absolut für Schlafbegleitung und gegen Schreienlassen. Was ich toll fand, dass sie Naturvölker zur Sprache brachte, wo die komplette Familie zusammen schläft und es für die Kinder von Nachteil bzw. gefährlich wäre, wenn sie alleine (Ein)Schlafen müssten. Ich habe mit Tom die Apotheke letztendlich mit einem guten Gefühl verlassen.

Ich merke aber selbst, wie ich mich immer wieder aufs Neue durch die Einflüsse von z.B. wiedersprüchlichen Infoartikeln oder auch Personen beeinflussen lasse und ins Wanken gerate.

Im Moment ist Toms Schlafverhalten wieder im Umbruch. Erkältung, Schub und Zahnen tun ihr übriges. Einmal schläft er tagsüber neben mir im Beistellbettchen ein und ich kann das Zimmer verlassen, entweder er sucht mich nach 30 Minuten oder er schläft 1-2 Stunden. Beim nächsten Mal kommt er sofort wieder aus dem Bettchen raus und klettert auf mich drauf, entweder ich kann ihn dann ablegen oder ich komme in den Genuss eines Mittagsschlafes.

Kommentare:

  1. Ich muss mal was dazu schreiben, weil ich Dich wirklich gut verstehen kann. Und ich möchte Dich weiter bestärken.
    mein Sohn ist 2,5 und ich begleite ihn abends noch immer in den Schlaf. Wir hatten auch von allen Seiten gehört, der Junge müsse doch langsam mal alleine schlafen, das würde so ja nie was werden und blabla. Also haben wir es immer wieder versucht. Es resultierten stundenlange Kämpfe, viel Geschrei, Geweine und extrem kurze Nerven. Irgendwann bin ich dann zu dem Schluss gekommen, dass ich ihn weiter begleite bzw. mein Mann. Anscheinend braucht der Kleine das, also verwehre ich ihm das nicht mehr. ewig wird er es nicht so haben wollen, also genieße ich es einfach. Ich denke, man sollte solche Dinge so machen, wie es für alle Beteiligten am angenehmsten ist und sich nicht reinreden lassen. ich sehe das Problem nicht, das Einschlafen dauert mittlerweile 20 Minuten, wir lesen zusammen, er kuschelt und schläft ein. Und alle sind zufrieden. Diese 20 friedlichen Kuschelminuten tausche ich gerne gegen stundenlanges Gequäle für alle Beteiligten ein. ich hatte beim Kitastart Angst, er würde dort Probleme haben mit dem Schlafen, aber dort schläft er allein ein, bei der Oma auch. mach Dir also keine Sorgen, er wird nicht ewig Deine Hilfe zum Einschlafen brauchen. Ich denke, jeder muss einen eigenen Weg finden, wie es funktioniert. und es wird mit der zeit auch immer schneller und leichter gehen - von einigen blöden Phasen natürlich mal abgesehen ;)

    In diesem Sinne liebe Grüße von Katrin

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  2. Das klingt für mich ziemlich normal ;) Meine Maus schläft ja auch nur neben mir ein und im Moment wird es halt (ich schieb's auf die Zeitumstellung) gut und gerne auch mal 21 Uhr bis sie einschläft. Ich warte daher lieber mal bis ich sicher bin, dass sie müde ist, bevor ich sie mit ins Bett nehme. Meine schläft im Schlafsack und kommt zum Glück nie auf die Idee, rauszuklettern bzw ich lasse sie auch nicht und sonst wird halt noch mal ne Runde draussen gespielt, das nehme ich dann nicht so genau... Es ist jetzt auch länger hell draussen, das merken die Mäuse auch... Leider vertreten die meisten Ärzte/Mütterberater/Hebammen Schema F :/

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    1. Ich hab als auch das Gefühl, dass ich manchmal den Zeitpunkt verpasse oder ihn zu früh hinlege.

      Aber das mit der KiÄin war schon schade, hatte mir mehr erhofft.

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  3. was du vll mal testen kannst gegen dieses im-bett-stehen-und-rumkreischen: kontaktatmung. steht hier ganz unten in dem posting
    http://gewuenschtestewunschkinder.blogspot.de/2013/02/abendliches-schreien-warum-babys-in-den.html
    klappt bei uns zwar nicht, um das kind zum schlafen zu bewegen, aber er wird definitiv ruhiger und bleibt liegen und rüttelt nicht mehr an seiner bettkante ;)

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  4. Klingt für mich auch alles normal, das ist ja genau das alter bei den süßen wo man einiges wegstecken muss. Ouh ja und wenn die Zähne kommen erst recht :D

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