Sonntag, 19. Mai 2013

Anonym unanonym im Internet

Tom ist 11 Monate 1 Woche und 2 Tage alt

Vor knapp einem Jahr habe ich den Blog hier erstellt. Rückwirkend mit meinen bereits existierenden Beiträgen aus einem Forum. Ich hatte so viel positive Resonanz bekommen, dass ich Lust bekam meine Erfahrungen in der Schwangerschaft zu bloggen. Öffentlich und für jeden lesbar. Ich habe mich nicht sofort dafür entschieden, weil eine Schwangerschaft doch eine sehr intime Erfahrung ist und man eben auch mit Dingen konfrontiert wird, die sehr persönlich sind. Zu persönlich vielleicht. 

Letztendlich entschied ich mich dafür. Das Forum in dem ich unterwegs bin ist nämlich auch für unangemeldete Leser sichtbar, bis auf ein paar Bereiche. Wenn also jeder mein Tagebuch im Forum lesen kann, warum nicht auch als Blog?!

Ich postete alles was mich beschäftigte, zeigte aber kaum Ultraschallbilder. Selbst die Babybauchbilder bearbeitete ich so, dass sie wie gezeichnet aussahen. Alle meine Bilder bekam Wasserzeichen um sie besser zu schützen.

Als der Frosch dann auf der Welt war zeigte ich von ihm ebenfalls keine vollständigen Bilder um ihn zu (be)schützen.

Mit der Zeit nahm ich das Thema etwas lockerer, stellte nach anfänglichem Zögern sogar die Langversion des Geburtsnerichts ein und zeigte schließlich auch mal vollständige Bilder vom Frosch.

Ich dachte mir, was ist schon dabei, auf der Straße sieht man uns doch auch. Außerdem bin ich so stolz auf mein Kind, das kann ruhig jeder segen. Allerdings erzählt man wildfremden Menschen zumindest nicht im Detail den Geburtsablauf des Kindes. Man unterhält sich auch nicht über Zyklusgeschehen wie Zervixschleim und Muttermund.

Im Internet ist man irgendwie anonym unanonym, manchmal ziemlich leichtfertig.

Mein Mann findet es z.B. sehr suspekt einen Zykluskalender zu führen. "Was geht das andere Leute an, wann du deine Periode hast?"

Mein Bestreben hier war ursprünglich meine Erfahrungen zu teilen und weiterzugeben. Ich dachte, gerade in Bezug auf Kinderwunsch und Zyklusbeobachtung können diese auch hilfreich sein. Was war ich, häufig erstaunt, auf einer großen Plattform zum Thema KiWu unterwegs. Die Frauen waren alle so hilflos und voller Sorge. Und mir ging es ja ähnlich.

Nun ist mein Blog mittlerweile gewachsen, ich habe Leser und viele Besucher. Ich danke euch!

Jetzt beschäftigt mich das Thema Schutz im Internet wieder verstärkt. Ich muss gestehen, ich finde es etwas merkwürdig, wenn sich ein Mann hier als fester Leser einträgt. Ich frage mich, sofern er nicht Familienvater ist, was er hier zu suchen hat.

Wie geht ihr mit dem Thema um und was tut ihr um euch und eure Kinder im Netz zu schützen?
Was gebt ihr preis und was geht niemanden etwas an?

Kommentare:

  1. Schwieriges Thema, über das ich schon geschrieben habe und noch öfter nachdenke. Ich halte es für mich so, dass ich nur das schreibe, was ich auch jeder Mama in der Spielkreisgruppe oder den neu zugezogenen Nachbarn erzählen würde, bleibe somit sehr an der Oberfläche. Das gelingt recht gut, da ich unseren Hund erzählen lasse :)
    Auf Bildern ist das große Mädchen nur von der Seite oder von hinten zu sehen oder aber so klein, dass man sie nicht richtig erkennen kann.
    Wie bei allem im Leben gibt es wohl im Netz keine 100%ige Sicherheit.
    Herzliche Grüße. Sina

    AntwortenLöschen
  2. Da teile ich Sina´s Meinung. Immer nur das, was man auch fremden erzählen könnte.... Nicht zu viel aus Deiner Seele preisgeben... LG Y

    AntwortenLöschen
  3. Schwieriges Thema... hab dir auch keine endliche Antwort.
    Ich bin da auch zwiespältig, bei anderen lese ich lieber, wenn es persönlicher ist und nicht auf allen Fotos Herzen oder Balken auf den Gesichtern sind.
    Ich weiss eigtl. auch gern, wen ich als Leser habe - darum lieber einen eingetragenen Mann, als all die, die ich "nicht kenne".

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt, ich mag Blogs auch lieber, wo man ein Gesicht dazu kennt.

      Löschen
  4. Ich gebe kaum etwas von meinem Nachwuchs an, da diese Informationen oder auch Bilder auf immer und ewig gespeichert sind und möglicherweise später meinem Nachwuchs den Weg verbauen (Hänseln in der Schule, Bewerbungsschreiben, usw.). Jeder muss selber wissen, was er von sich selber preis gibt, aber Kinder brauchen unseren Schutz. Auch die noch so putzigen Breibilder oder Grimassenbilder finde ich, gehören nicht ins frei zugängliche Internet; höchstens ins Fotoalbum, was nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich ist und wo die Bilder nicht gespeichert / kopiert oder womöglich verändert werden können.
    Jeder muss es selber verantworten, aber man muss sich immer bewusst sein, bei allem, was man gutes tun möchte, ob man nicht zu viel preis gibt und ob das wirklich sein muss.
    Kinder- oder Babybilder sind wirklich süß und wir alle schauen sie gerne. Jede Mama ist auf ihre Art und Weise stolz; aber deswegen muss man ja nicht gerade zum gläsernen Mensch werden und allzuvieles zeigen.

    Mach so wie Du denkst und denke zuerst an Dich und Dein Kind und dann an die anderen. Deinen Mann postest Du ja auch nicht hier, oder?

    LG von einer Mami

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für deine Antwort. Mit den Hänselein usw. hast du natürlich recht, das ist auch ein Grund, weshalb ich mich gerade mit dem Thema beschäftige. Allerdings ist es heutzutage Gang und Gebe, seine Kinder, die Familie im Internet zu "zeigen". Sofern es keine merkwürdigen, peinlichen Bilder sind, gibt's es keinen Anlass zu Hänseleien.

      Da müsste ich dann gleich den ganzen Blog löschen, wo ich über Tom schreibe. Ich glaube, das könnte für ein Pupertierendes Kind dann doch peinlicher sein. Aber ob der Blog bis dahin überhaupt noch existiert, ist fraglich. Irgendwann hab ich vielleicht gar nichts mehr zu erzählen und die Texte hier sind dann definitiv weg.

      Aber meinen Mann poste ich hier tatsächlich nicht, weil er es nicht möchte. Der Frosch kann mir natürlich noch nicht sagen, ob es in Ordnung für ihn ist. Ich denke daher, gibt's wieder häufiger Bilder, wo man das Gesicht vom Frosch nicht wirklich erkennen kann.

      Löschen
  5. Also ich persönlich finde, man kann schon persönliche Sachen von preisgeben, wie den Geburtsbericht etc, solange man sich ansonsten möglichst anonym "verhält". Damit meine ich, dass ich z. B. keine Fotos von meinen Kindern, auf denen man die Gesichter erkennen kann, online stellen würde. Und auch nicht die echten Namen verwenden. Aber 100%igen Schutz gibt es sicher nie...

    AntwortenLöschen
  6. ich finds sehr schwierig und beschäftige mich auch grad damit... der zwuggel wird bald 1 jahr alt, er sieht nicht mehr nach säugling aus, er hat ein "eigenes gesicht", man könnte ihn quasi auf der strasse erkennen. dazu kommt auch noch die frage: muss ich mir bald mal ein impressum zulegen? ich bekomm alle paar monate mal was geschenkt und darf testen, muss ich mich da schon irgendwo anmelden? MUSS die vollständige adresse da rein, kommt dann einer vorbei und klaut mir den zwuggel? wieso bekomm ich bei google auf einmal männliche leser??? hilfe!
    ABER auf der anderen seite find ich es so schlimm, dass man sich über sowas gedanken machen muss (!)... ich selber lese auch lieber persönliche blogs mit bildern und ohne balken vorm kopp und ja, jede mama findet ihr baby ja wohl zuckersüss und wills auch jedem zeigen ;) hach, schwierig!

    was ich bei anderen allerdings sehr seltsam finde: im blog keine bilder oder nur mit balken, dann bei instagram anmelden, öffentlchen account und da dann fröhlich kinderbilder zeigen... äh, logik?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du bringst es voll auf den Punkt :)

      Ach, du hast auch männliche Leser?

      Löschen
    2. ja, vor allem über google. zum größten teil aber auch blogger meine ich, da find ichs dann nich ganz so gruselig ^^ausserdem würd ich nie was posten, wo er nackich oder nur in pampers zu sehen ist.

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...