Dienstag, 14. Mai 2013

Reboarder: Die gab es doch früher auch nicht und überhaupt, sind die viel zu teuer

Tom ist 11 Monate und 3 Tage alt

Ich habe gestern mit Erstaunen an einer Diskussion zum Thema Reboarder "Ja, Nein oder was ist das?!" teilgenommen und lag abends noch im Bett und habe gegrübelt.

Viele Antworten zum Contra-Reboarder fielen in etwa so aus:
  • Die sind viel zu teuer, das kann sich kaum einer leisten.
  • Man kann manchen auch alles verkaufen, wenn man behauptet, es sei sicherer.
  • Mein Kind schlief auch von Anfang an auf dem Bauch...
  • Mein Kind sitzt nicht gerne im Maxi Cosi, da ist für die Beine so wenig Platz.
  • Das Kind sieht rückwärtsgerichtet nichts.
  • Meinem Kind wird schlecht, wenn es rückwärts fährt.
  • Früher gab es das auch nicht
  • Die Gesundheit des Kindes ist dadurch beeinträchtigt.
  • Mein Kind hat bisher auch ohne Reboarder überlebt.
  • In mein Auto passt kein Reboarder.
  • Wir fahren nur Kurzstrecken, da passiert nichts.
  • Wir hatten bereits einen Unfall im vorwärts gerichteten Sitz, da ist nichts passiert.
Ich könnte diese Liste jetzt noch ewig weiter führen. Insgesamt gab es bei der Diskussion 113 Kommentare. Allerdings auch viele, die absolut für Reboarder sind.

Ich finde die Argumente, weshalb sich Eltern gegen einen rückwärts gerichteten Sitz für Ihr Kind entscheiden teilweise wirklich Haarsträubend und würde einfach mal behaupten, dass es tatsächlich das Geld ist, was die meisten am Kauf eines Reboarders hindert. Dazu sei gesagt, dass die Sitze nicht wirklich ein Schnäppchen sind und ich auch dafür wäre, dass sich preislich etwas tut.

Halte dies auch gar nicht für ausgeschlossen, denn die Nachfrage regelt das Angebot. Mal ganz davon abgesehen, dass die Kinder in den Reboardern mehrere Jahre sitzen und wenn man das anhand des Cybex Sirona auf 4 Jahre umrechnet kostet der Sitz im Jahr ca. 112,- €. Das ist ein Geldbetrag den man tatsächlich ansparen kann.

Ich habe mich nicht weiter damit befasst, hatte aber gelesen, dass es Reboarder schon seit den 70ern z.B. in den Skandinavischen Ländern gibt. So viel zu dem Thema "Das gab es früher auch nicht." Dort kennen die Eltern das überhaupt nicht anders und die Unfälle, bei denen Kinder bei einem Frontalcrash schwer oder gar tödlich verletzt werden, sind dort wunderbar gering.

Gerade Frontalzusammenstöße sind doch die häufigste Ursache bei Autounfällen (59%) und wenn man sich die Statistik des DVR anschaut, dann stirbt alle 5 Tage ein Kind bei einem Autounfall. Auch Kurzstrecken schützen nicht vor Unfällen.

Die Kinder sehen übrigens rückwärts genauso gut wie vorwärts. Die Landschaft zieht nur in die entgegengesetzte Richtung vorbei und ob das Kind ansonsten die (eigene) Rückbank anschaut oder den Rücksitz der Eltern halte ich für egal.

Die Autositze für Babys bis 12 Monate gibt es schließlich auch nur rückwärtsgerichtet, da hat man überhaupt nicht die Möglichkeit zu wählen. Und um noch einmal auf den Preisvergleich zurückzukommen, ein Maxi Cosi kostet neu im Angebot 160 Euro und ohne Angebot ca. 220 Euro, während der Cybex Sirona auf 112,- Euro pro Jahr kommt.

Warum ist ein rückwärts gerichteter Sitz im Falle eins Frontalcrashs nun aber sicherer als ein vorwärts gerichteter Sitz? Der Kopf macht bei Kleinkindern ca. 25% des Körpergewichtes aus. Die Muskulatur und die Wirbelsäule von Kindern bis ca. 4 Jahre sind noch nicht vollständig entwickelt und bei einem Unfall wird der Kopf nach vorne geschleudert, es kann zu einer Streckung der Wirbelsäule von bis zu 5cm kommen. Bei einem Reboarder wird dies verhindert.

Nachzulesen bei Reboard-Kindersitz Schnellinfo.

Reboarder sollen künftig bis 15 Monate Pflicht werden.
Bericht aus Brüssel: Rückwärts in die Zukunft


Wer sich informieren möchte:
Reboard-Kindersitze e.V.
Reboard-Kindersitze e.V. bei Facebook
Reboard Forum


Zwergperten
Vetter for Kids

Reboard Autositze
Cybex-online
Besafe
Maxi Cosi
Römer
Axkid
Klippan

Kommentare:

  1. schön, dass sich der Kreis der Reboard-"Fans" vergrössert! Uns hat es auch überzeugt und haben es nicht eine Sekunde bereut.
    Wir haben einen BeSafe und da gibt es sogar als Zubehör Spiegel, die man an den Rücksitz machen kann und so das Kind beobachten kann.
    Aber ich auch der Meinung, dass sie noch zu teuer sind (in der Schweiz besonders...).

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  2. Es ist doch schön, wenn ihr für euch den passenden Sitz gefunden habt, aber haben andere nicht auch das Recht, zu entscheiden, welchen Sitz sie kaufen?
    Man kann der Menschheit nicht seine Meinung überstülpen)

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    1. Was spricht denn deiner Meinung nach, außer dem finanziellen Aspekt gegen solch einen Sitz? Ich finde die Statistiken in dem Fall recht überzeugend.

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  3. Ich finde die Reboarder auch klasse und du hast recht, man sollte an der Gesundheit seiner Kinder nicht sparen. Fakt ist aber, dass sich diesen Sitz viele nicht leisten können. Wenn am Ende des Monats nichts übrig bleibt, dann auch keine Rücklagen für den Sitz. Von daher finde ich das Argument "der ist doch viel zu teuer" schon gerechtfertigt. Zweitens muss man ergänzen, dass es bei den Ausgaben für den Sitz nicht bleiben muss, denn wenn man nur ein kleines Auto hat (wir fahren einen Twingo), dann passt ein Reboarder nunmal nicht rein. Sollte dieser Sitz Pflicht werden, bin ich also gezwungen mir ein neues Auto zu kaufen, was ich nicht kann.

    Also es gibt nicht immer nur schwarz oder weiß. Deine Familie scheint finanziell abgesichert zu sein aber es geht leider vielen auch anders...

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    1. Danke für deinen Kommentar.

      Mit einem Twingo kenne ich mich nicht aus, fahre selbst einen Corsa, der Sirona passt dort rein. Allerdings wird es für dem Beifahrer etwas ungemütlich.

      Was heißt heutzutage schon finanziell abgesichert?! Ich habe mich natürlich mit dem Thema Unterstützung vom Staat nie wirklich befasst, aber für Kinder bekommen sozial schwache Familien doch ganz guten Rückhalt, oder nicht?

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    2. Ja klar bekommt man Unterstützung vom Staat, aber eben nicht genug um sich einen "so teuren" Sitz leisten zu können. Das Geld vom Staat ist zur Grundsicherung und für mehr reicht es leider nicht. Ich rede jetzt nicht von mir persönlich, aber denke eben an viele Familien die mit Hartz4 leben...

      Sicherlich wurde der Sitz auch in den Twingo passen, aber dann eben kein Beifahrer mehr, und sitzt der hinten habe ich keinen Platz mehr für den Buggy oder auch für ein weiteres Kind. Das meinte ich nur mit Auto zu klein;)

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  4. Hallo :-)

    also ich finde deinen Blogeintrag und deine Sichtweise wirklich super!!! Ich sehe es zu 100% wie du!! Die Reboarder sind wirklich nicht ganz billig, aber wenn man früh genug anfängt zu sparen, dann kann man ihn sich auch kaufen.

    Alles andere ist für mich eine Ausrede....

    Liebe Damen, nicht immer so egoistisch sein. Dann lieber mal auf ein paar Schuhe (Taschen,Nägel,Zigaretten,Party uvm.) verzichten und in die Sicherheit seines Kindes investieren. ;)

    Viele Grüße aus dem Saarland

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    1. Diesen Kommentar finde ich echt überflüssig. Lebe du mal mit dem Hartz4-Grundsatz, da bleibt sowieso kein Geld für die von dir aufgezählten Dinge. Ich lebe selber nicht von Hartz4 und finde es auch furchtbar, wenn Eltern ihre Kinder in zu kleine Klamotten stecken und sich lieber Kippen holen. Aber ein Sitz im Wert von mehreren hundert Euro ist ja wohl eine ganz andere Anschaffung...

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    2. Tja, ich habe LEIDER eine Zeit lang (ca. 8 Monate) von dem ALG II Grundsatz gelebt. Und mir einiges in der Zeit sparen können. Es waren sogar zwei Urlaube (jeweils 2 Wochen und 3 Wochen) drin. Also erzähl mir bitte nichts von "da bleibt sowieso kein Geld für die von dir aufgezählten Dinge"
      So hat jeder seine Prioritäten ;) Dem einen sind o.g. Sachen wichtig und dem anderen die Sicherheit seines Kindes!!

      Freundliche Grüße aus dem verregneten Saarland

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  5. es ist aber doch so, dass es das "das gab es früher auch nicht" tatsächlich gibt. Im Ernst, wir sind in den Oberteilen der Kinderwagen auf der Rückbank transportiert worden, haben bei der Fahrt nach Südfrankreich quer auf der Rückbank geschlafen (unangeschnallt), eventuelle Geschwister lagen im Fußraum....
    ABER: früher (also vor knapp 30 Jahren) wurde auch noch nicht in diesem Maße gerast. Viele Kinder sind nicht soviel im Auto transportiert worden wie heute (wieso werden die Kiddies eigentlich alle den Kilometer zur Schule gefahren, auch bei Sonne?? Haben die keine Beine? Oder gehts drum, dass Mutti dann länger schlafen kann?).

    Es ist aber auch so, dass ich sagen muss, dass eine sozial schwache Familie, nehmen wir mal an, beide arbeitslos, mit Kind, sich das sicherlich nicht leisten kann. SO gut ist die Absicherung seitens des Staates nun auch nicht (wenn man nicht bes**eißt).
    Die Statistiken mögen für sich sprechen, aber wenn ich mich da umschaue, dann weiß ich nicht, wieviele der Kinder dort draußen bei Unfällen wirklich an den Folgen des Sitzes sterben, oder weil sie nicht RICHTIG gesichert sind.
    Das scheint mir häufiger und da tut dann auch der Reboarder nix, wenn man das Kind nicht anschnallt.

    Und im Ernst, wenn ich einen Polo (neuere Version), Twingo oder sontwelchen Kleinwagen fahre, dann brauche ich ein neues Auto und das ist nicht Sinn der Sache. In meinem 3 Jahre alten Polo hab ich jedenfalls ein Problem, einen Maxi Cosi bzw. Römer Babysafe unterzubringen und noch jemanden mitzunehmen, weil hinter mir ist auch nicht viel Platz. Kinderwagen muss im Notfall ja auch noch mit. Wie also soll das gehen?

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    1. Wie gesagt, ich fahre einen Corsa und der Hartan VIP KiWa passt in den Kofferaum und ich glaube ein Maxi Cosi würde auch noch passen neben dem Sirona. Allerdings geht bei meinem Beifahrersitz auch nichts mehr und zwei Reboarder würde ich nicht unter bekommen.

      Aber in den skandinavischen Ländern geht's ja auch, die kennen es nicht anders. Fahren aber andere Autos.

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  6. Diese ganze Diskussion geht völlig auf die Nerven, echt!
    Wenn ich von einer Sache sooooo überzeugt bin, wie du anscheinend von dem Reboarder, warum gibst du dann nicht einfach Ruhe?
    Warum brauchst du ständig die Bestätigung oder diese Diskussionen?
    Wen willst du belehren bzw. warum lässt du andere nicht machen, was sie möchten?
    Bist du nun besonders toll, weil du so einen Sitz hast, ich verstehe es leider nicht....

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    1. Schade, dass du so angreifend wirst. Ich habe sachlich geantwortet.

      Schade auch, dass ich nicht einmal weiß wer hier schreibt.

      Du musst ja nicht eingehen auf meine Diskussion. Da prallen nun mal unterschiedliche Meinungen aufeinander, sonst wäre es ja keine.

      Ansonsten hoffe ich einfach, dass sich der ein oder andere entsprechend informiert und vielleicht doch umdenkt, mehr nicht.

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    2. Ich bin SEHR froh über solche Blogeinträge, denn es gibt leider noch viele Eltern die Reboarder nicht kennen. Dein Kommentar finde ich echt unverschämt. Wenn dir die "Diskussion" soooooooo auf die Nerven geht, warum hältst du dich dann hier auf?

      Ich konnte zu keinem Zeitpunkt feststellen, dass Dsungare jemanden belehren wollte!Und ja, sie ist nicht nur toll sondern auch sehr VERANTWORTUNGSVOLL!

      Viele Grüße aus dem Saarland

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  7. Ich fahre auch einen 2 Jahre alten Polo und würde mir niemals so einen Sitz kaufen, weil der Platz einfach nicht da ist, ich habe nämlich 3 Kinder.
    Genauso wenig würde ich mir extra ein anderes Auto kaufen, obwohl es finanziell machbar wäre, ich liebe meinen Polo, das ist für dich sicher Egoismus, aber ich stehe dazu:)
    Warte ab, in absehbarer zeit kommen wieder neue Modelle auf den Markt, dann ist Reboarder genauso out wie Fangkörper!
    Ein Sitz, den eine Frau alleine kaum heben kann, unpraktischer geht's ja wohl nicht!

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    1. Ich weiß jetzt leider nicht, ob du der/die selbe Anonym bist, wie oben...

      Mit 3 Kiddis stell ich es mit so schon eng vor im Polo. Meine Mutter hat damals auch einen Gefahren.

      Ich liebe meinen Corsa auch sehr und würde ihn gerne weiter fahren.

      Das ich den Sirona nicht gut tragen kann stört mich jetzt aber nicht, wenn er in den Passat muss, baut mein Mann ihn um und ansonsten bleibt der Sitz eh in meinem Auto. ;)

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    2. hier gibt es noch mehr Pololiebhaber:)
      Ich müsste diesen Sitz nicht nur am Wochenende in die Familienkutsche umbauen, denn ich fahre in der Woche auch mit Freundinnen zusammen weg.
      D.h. immer wenn ich bei denen mitfahre, müsste ich umbauen, das geht garnicht, deshalb ist der Sitz für mich absolut indiskutabel.....
      Das wird noch nicht die Endlösung sein mit diesen Sitzen, dafür sind sie zu groß/ sperrig, zu schwer und zu teuer! Ehrlich gesagt, ich würde ihn nicht mal benutzen, wenn ich ihn geschenkt bekommen würde, so wenig bin ich davon überzeugt!

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    3. TJA du bist nicht nur davon wenig überzeugt, SONDERN AUCH SEHR EGOISTISCH!
      Aber jedem das seine ;-)

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